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Die Alternative zum Minuswachstum wäre logischerweise die Plusschrumpfung.

NOVEMBER 2005

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x.gif (67 Byte)pz-online.gif (1269 Byte)  24.11.2005
Bürgermeister bringen Gemeinderäte auf Kurs

NORDSCHWARZWALD. In Bad Wildbad und Enzklösterle standen Beschlüsse zum Zweckverband „Infozentrum Kaltenbronn“ auf der Tagesordnung. Kritiker unter den Gemeinderäten nahmen die Satzung auseinander.

Für das gemeinsame Informationszentrum in Kaltenbronn steht die Gründung des dazugehörigen Zweckverbandes der Gemeinden Gernsbach, Bad Wildbad und Enz-klösterle an. Der Vertrag dazu soll am 22. Dezember unterzeichnet werden, teilte Enzklösterles Bürgermeister Klaus Mack in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend mit.

Dafür sollte die Satzung verabschiedet werden. Selbes Spiel im Wildbader Rathaus. Vorab: Beide Gremien stimmten für Zweckverband und Satzung. Der Weg dorthin war aber ein holpriger.

In Bad Wildbad ging es ums Detail. SPD-Fraktionsvorsitzender Bruno Knöller sprach von einem „Knebelvertrag“, weil der Austritt eines Mitgliedes aus dem Zweckverband von den anderen abgesegnet werden muss. Er war für eine zusätzliche Klausel, die einen Austritt mit Kündigungsfrist möglich machen sollte. Nach einem Wortgefecht mit CDU-Gemeinderat Martin Keppler, der durch die Zustimmung zu Knöllers Antrag das Projekt „Infozentrum Kaltenbronn“ gefährdet sah, stimmte der Gemeinderat mit zwölf zu vier Stimmen dagegen.

FDP/Freie Wähler-Gemeinderat Frieder Stotz wollte nicht nur die Bürgermeister der drei Gemeinden, sondern auch Gemeinderäte bei den Verbandsversammlungen des Zweckverbands vertreten sehen. Stotz zog seinen Antrag aber zurück, nachdem auch von Bürgermeister Walter Jocher wiederholt darauf hingewiesen worden war, dass dadurch das Projekt „Infozentrum Kaltenbronn“ gefährdet sei.

In Enzklösterle ging es ums Geld. Unter dem Vorbehalt, dass die Aufwendungen des laufenden Betriebes Enzklösterle mit höchstens 5000 Euro im Jahr belasten, hatte das Gremium im Mai zugestimmt, am Portal Kaltenbronn teilzunehmen (PZ hat berichtet). Nun störten sich fünf Gemeinderäte daran, dass zusätzlich Hausmeisterdienste oder Verwaltungsaufgaben übernommen werden müssen. Dieter Hoffmann war damit nicht einverstanden und stellte den Antrag, das Thema erst wieder auf die Tagesordnung zu nehmen, wenn die Haushaltsberatung für 2006 anstehe. Auch Petra Nych sah trotz aller Ambitionen, zusätzlich Spender und Sponsoren für das Projekt zu gewinnen, mögliche Kosten, die zusätzliche Kosten auf Enzklösterle zukommen. Mack machte klar, dass es nach außen eine sehr schlechte Wirkung habe, wenn sich die Gemeinde kurz vor der Vertragsunterzeichnung aus dem Projekt zurückziehe. Die 7000 Euro kämen, weil man auch die Abschreibung erwirtschaften müsse. „Ich steh zu meinem Wort, aber die 5000 Euro werden nicht überschritten“, meinte Karl-Heinz Steimle. „Das ist ein Fass ohne Boden und macht uns arm“, war auch Karl Frey dagegen. Man habe den Bürgern mit den Sparmaßnahmen einiges zugemutet, war Hoffmann überzeugt, kein zusätzliches Geld für Kaltenbronn abzwacken zu können. Mit sechs gegen fünf Stimmen wurde sein Antrag auf Vertagung abgelehnt. Und mit dem der gleichen Stimme Mehrheit wurde der Beitritt zum Zweckverband „Informationszentrum Kaltenbronn“ schließlich beschlossen.

Erstellt am: 24.11.2005

Mehr über das Naturpark-Infozentrum in Kaltenbronn unter
www.leader-nordschwarzwald.de

24.11.2006
BONUS-KURKARTE
Im Bad Wildbad - Katalog entdeckt. -  Lang, lang hat`s gedauert !

Schon im Juni 2002 hat Stadtrat R.G.Neher gefordert: " Bad Wildbad muss endlich aus dem Dornröschen-Schlaf aufwachen“,   warum wird die Stadt nicht besser vermarktet ?
http://pefri-wildbad.de/pefri/inter/extraseite-eiseledruck-20.htm

Ab  dem 1. Februar 2006 gibt es zur Kurkarte, oder als Kurkarte eine BONUS-KURKARTE.

Der Gast erhält die BONUS-KURKARTE, ( es ist eine Durchschrift des Meldformulars )
die in Verbindung mit dem Personalausweis gilt.

Weitere Informationen zur BONUS-KURKARTE findet der Gast im Thermen-Journal.
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x.gif (67 Byte)pz-online.gif (1269 Byte)  10.11.2005
Die Weichen auf Zukunft gestellt
Infozentrum auf dem Kaltenbronn ist beschlossene Sache – „Touristisches Kleinod“ soll Besucher anlocken


KALTENBRONN. Mehr als eine Million Euro werden die Kreise Calw und Rastatt, die EU und das Land Baden-Württemberg bis Ende 2007 in den Ausbau des ehemaligen Kaltenbronner Rasthauses in ein Infozentrum investieren. Bei einer Sitzung der Aktionsgruppe „Leader+“ auf dem Kaltenbronn wurde gestern „einstimmig beschlossen, dass das Projekt realisiert wird“, freute sich der stellvertretende Calwer Landrat Roland Bernhard am Ende der AG-Sitzung.

Gemeinden vernetzen sich

Die Freude Bernhards kommt dabei nicht von ungefähr: Mit Einrichtung des Infozentrums wird die Region Nordschwarzwald nicht nur um eine touristische Attraktion reicher. Es werde auch ein neues Netzwerk gesponnen, in dem sich der Naturpark Schwarzwald Mitte Nord, die Kreise Calw und Rastatt sowie die Gemeinden Enzklösterle, Bad Wildbad und Gernsbach auf besondere Weise engagieren. Für Martin Baumgartner, leitender Ministerialrat des baden-württembergischen Ministeriums für Ernährung und ländlichen Raum, wird mit Schaffung des Infozentrums „ein außergewöhnliches Projekt“ realisiert, das in seiner Form einmalig ist. „Viele Themen treffen sich hier auf dem Kaltenbronn: Natur und Tourismus, Baden und Württemberg sowie vieles andere mehr“, so Baumgartner, der unterstrich, dass Minister Peter Hauk „das Vorhaben ausdrücklich gebilligt hat“. Dies nicht zuletzt, da die Verantwortlichen viele Ideen und ein gutes „über Landkreis- und kommunale Grenzen hinaus reichendes Konzept“ entwickelt haben. Dass die Zusage der Mittel zeitlich begrenzt ist, garantiere zudem eine zügige Umsetzung, denn: „Es besteht für alle ein heilsamer Kooperations-Zwang.“Dass das Vorhaben mit dem Einsatz erheblicher Mittel gerade in Zeiten leerer Kassen im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, dessen ist sich Baumgartner bewusst. Angesichts des großen Besucherzuspruchs auf dem Kaltenbronn, sei dort aber die Schaffung eines Infozentrums gerechtfertigt, zumal das Land schon länger über eine neue Nutzung des einstigen Gästehauses nachgedacht habe.

Für den Freudenstädter Landrat Peter Dombrowsky als Vorsitzender des Naturparkvereins steht außer Frage, „dass der Naturpark alleine überfordert gewesen wäre, ein solches Projekt zu finanzieren“. Er begrüßte, dass es gelungen ist, Mittel über das „Leader+“-Programm und das Land zu bekommen, „denn der Kaltenbronn als Hochmoor ist schon immer etwas ganz Besonderes für uns gewesen“. Der Naturpark werde sich daher auch bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Infozentrums maßgeblich mit einbringen.

Informationsbasis für Besucher

Klaus Haberecht, Dezernent des Amtes für Strukturförderung im Landkreis Ratsatt, will in der Einrichtung künftig waldpädagogische Angebote in den Mittelpunkt stellen. Der Gernsbacher Bürgermeister Dieter Knittel ist überzeugt davon, dass aus dem „im Moment noch kalten und leeren Gebäude“ bis zur Fertigstellung ein attraktives touristisches Kleinod wird. Dieses solle in erster Linie den bereits jetzt jährlich rund 300 000 Besuchern des Kaltenbronns eine Informationsbasis zum Kennenlernen der regionalen Eigenheiten bieten und darüber hinaus zum Besuchermagnet für weitere Gäste werden. Schließlich müsse „das hier vorhandene Potenzial genutzt werden“ (Bernhard).Die Ausstellung in dem Gebäude, das ab dem kommenden Jahr grundlegend saniert werden wird, ist als interaktive, lebendige und vielfältig erlebbare Schau mit Toninstallationen, Text- und Infotafeln sowie unterschiedlichsten Ausstellungsstücken geplant. Neben der Geschichte des Hochmoores auf dem Kaltenbronn und den verschiedenen soll nicht zuletzt in humorvoller Weise das Verhältnis zwischen Württembergern und Badenern aufgegriffen werden.Ralf Recklies

Erstellt am: 10.11.2005

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Eklat im Extremisten-Prozess
Pflichtverteidigerin des Holcaust-Leugners Ernst Zündel gleich zum Auftakt von ihrem Mandat entbunden


BAD WILDBAD-CALMBACH/MANNHEIM. Mit Turbulenzen hat gestern vor dem Mannheimer Landgericht der Prozess gegen den deutschen Holocaust-Leugner Ernst Zündel begonnen. Der Angeklagte stammt aus Calmbach.

Zündels Anwältin Sybille Stolz verlor ihre Berufung zur Pflichtverteidigerin, der rechtsextremistische Jurist Horst Mahler musste unter Zwangsandrohungen die Verteidigerbank verlassen, und der Vorsitzende Richter Ulrich Meinerzhagen wurde mit einem Befangenheitsantrag konfrontiert. Nach rund sechs Stunden mit mehreren Unterbrechungen vertagte das Gericht die Verhandlung auf den 15. November. Ein zügiger Abschluss des Verfahrens ist nicht in Sicht.

Treffpunkt der Rechtsextremen

Für die rechtsextremistische Szene war der Prozessbeginn gegen den aus Kanada ausgewiesenen Zündel Anlass für ein Stelldichein. Auf den Zuschauerbänken nahm unter anderen der wegen Volksverhetzung verurteilte Ex-NPD-Chef Günther Deckert Platz. NPD-Vorstandsmitglied Thomas Wulff fungierte in der ersten Reihe als eine Art persönlicher Beistand für einen der Wahlverteidiger, die Zündel engagiert hat. Andere Zuschauer aus dem rechtsradikalen Spektrum machten sich durch lautstarke Applausbekundungen für die Verteidigung bemerkbar. Richter Meinerzhagen musste mehrmals mit der Räumung des Saales drohen, um eine einigermaßen ruhige Verhandlung zu garantieren.

Beinahe zehn Jahre lang hat die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen den 1939 geborenen Zündel ermittelt, der als einer der aktivsten der so genannten Revisionisten gilt. Sie wirft ihm vor, von Kanada und den USA aus weltweit die Ausschwitz-Lüge verbreitet zu haben. Sowohl auf seiner Internet-Homepage als auch in seinen „Germania-Rundbriefen“ soll er nazistische und antisemitische Propaganda betrieben und dabei den Massenmord an Millionen von Juden geleugnet haben. Zündel war im Februar aus kanadischer Haft nach Deutschland abgeschoben worden. Der Prozess findet unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt.

Bis zu fünf Jahre Haft

Zündel drohen bis zu fünf Jahre Haft, denn laut einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs kann die Auschwitz-Lüge auch dann nach dem deutschen Strafgesetz geahndet werden, wenn sie vom Ausland aus verbreitet wird.
Zur Verlesung seiner über 20-seitigen Anklageschrift kam der zuständige Staatsanwalt Andreas Grossmann beim Prozessauftakt aber erst gar nicht.

Stattdessen lieferten sich Kammer und Verteidigung einen heftigen Schlagabtausch. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand Horst Mahler, einst Unterstützer der Terrororganisation RAF, heute ein Aushängeschild der rechtsextremen Szene. Der Jurist hatte trotz eines gegen ihn verhängten Berufsverbots als angeblicher „Assistent“ von Zündels Anwältin Sylvia Stolz bei den Verteidigern Platz genommen. Er könnte der „Ghostwriter“ der Verteidigerseite sein, vermutet die Staatsanwaltschaft. Das Gericht verbannte Mahler schließlich von der Verteidigerbank, stieß damit aber auf heftige Gegenwehr. Erst als zwei Sicherheitsbeamte anrückten, räumte Mahler freiwillig das Feld.

In einem weiteren Beschluss entschied das Gericht, Stolz von ihrer Berufung zur Pflichtverteidigerin zu entbinden, weil sie weder eine geeignete Verteidigung noch ein geordnetes Verfahren garantieren könne. Richter Meinerzhagen setzte sich damit einer Tirade von Beschimpfungen aus.

Wahlverteidiger Jürgen Rieger, ebenfalls wegen Volksverhetzung verurteilt, sprach von einem „einzigen Skandal“ und sah die Verteidigung durch das Gericht „diffamiert“. Die geschasste Pflichtverteidigerin erklärte, die Argumentation des Gerichts müsse einem „kranken Gehirn“ entsprungen sein.

Aussetzung des Verfahrens droht

Der Angeklagte kam kaum zu Wort. Er betonte lediglich, Stolz habe sein Vertrauen und werde ihn weiter vertreten. Da das Gericht erwägt, einen neuen Pflichtverteidiger zu bestellen, droht jedoch die Aussetzung des Verfahrens auf unbestimmte Zeit. Zunächst soll am 15. November aber über den Befangenheitsantrag gegen Meinerzhagen entschieden werden, mit der die Verteidigung die Gerichtsbeschlüsse gekontert hat.

09.11.2005

x.gif (67 Byte)pz-online.gif (1269 Byte)  02.11.2005
Ganzes Dorf hilft beim Räumen
Altes Schulhaus in Sprollenhaus für den Abbruch vorbereitet – 600 Kilo Elektronikschrott beseitigt


BAD WILDBAD-SPROLLENHAUS. Der vorletzte Akt des inzwischen über 150 Jahre alten Schulhauses von Sprollenhaus vor dem Abbruch hat begonnen: Es wurde ausgeräumt. Viele Einwohner halfen mit.

„In der Mitte des Orts steht das Schulgebäude, in welchem auch die Wohnung für den Schulmeister eingerichtet ist. Außer den ortsangehörigen Kindern haben auch die von Nonnenmiß, Sprollenmühle, Christophshof, Kälbermühle und Kohlhäusle die Ortsschule zu besuchen.“

So wird über das Schulhaus des Bad Wildbader Stadtteils Sprollenhaus in der „Beschreibung des Oberamts Neuenbürg“ aus dem Jahre 1860 berichtet. Schule gehalten wurde in dem mehrstöckigen Gebäude bis Anfang der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts in zwei Klassenzimmern. Dann wohnten bis vor etwa acht Jahren verschiedene Asylantenfamilien dort.

Überrascht und erfreut

Doch die Tage des Schulhauses sind gezählt. Es wird abgebrochen (die PZ hat berichtet). Doch zunächst muss ausgeräumt werden. Dem Aufruf zur Mithilfe an die Einwohner von Sprollenhaus, Nonnenmiß und Christophshof waren erfreulich viele Einwohner gefolgt, unter ihnen drei Mitglieder des Stadtrats, sowie Bürgermeister Walter Jocher.

Manfred Haag als Ansprechpartner und Koordinator der Räumung war gleichermaßen überrascht und erfreut, wie gut und zügig gearbeitet wurde. Erstaunt waren alle Helfer, was sich an Abfall in solch einem Gebäude im Laufe der Jahre ansammelt. Ein Raum war „vollgestopft“ mit ausgedienten Elektrogeräten, darunter vier Gefriertruhen, drei Kühlschränke, alte Waschmaschinen, etwa 20 Staubsauger und Radios.

Insgesamt mehr als 600 Kilo Elektroschrott wurden auf dem Recyclinghof bei der Ablieferung gewogen. Drei große Container mit insgesamt 110 Kubikmeter Fassungsvermögen waren zudem randvoll mit Möbelteilen, Hausrat, 40 Autoreifen, jede Menge Papier, einiges an separat zu entsorgendem Sondermüll und natürlich all den Dingen, die man im Allgemeinen bei einem Umzug wegwirft oder eben – wie hier – zurücklässt. Wertvolles oder Antikes war fast nicht zu finden, außer einer älteren Feuerwehrschiebeleiter aus Holz, die allerdings den heutigen Sicherheitsvorschriften nicht mehr entspricht.

Hoffen auf neuen Dorfplatz

Auch das an das alte Schulhaus angebaute frühere Feuerwehrmagazin ist inzwischen fast leer. Lediglich die alte fahrbare Rettungsleiter, übrigens in gutem Zustand, befindet sich noch einige Tage dort, bevor Mitte November der eigentliche Abbruch beginnt.

Manfred Haag: „Die Dorfgemeinschaft hat hervorragend funktioniert, es ist erfreulich, dass so viele Helfer mit dabei waren.“ Für alle gab’s anschließend ein Vesper, und in Sprollenhaus hofft man, dass Bürgermeister Jochers Aussage auch verwirklicht wird: im Mai soll der neue Dorfplatz, der an dieser Stelle geplant ist, fertig sein.

Erstellt am: 02.11.2005

x.gif (67 Byte) anzeigenblatt.gif (2290 Byte) 02.11.2005
Viel Lob vom „Landesvater“ für Bad Wildbad
„Bad Wildbad ist ein wunderbarer Ort“ und „Bad Wildbad ist ein finanziell armer, aber kulturell ein reicher Ort“, schwärmte Ministerpräsident Günther H. Oettinger bei der Auszeichnung kommunaler Bürgeraktionen am Samstag im Neuen Schloss und damit in der „guten Stube“ der Landesregierung. Immerhin war Bad Wildbad die einzige Kleinstadt Baden-Württembergs, aus der auf Vorschlag von Bürgermeister Dr. Walter Jocher gleich zwei solcher Aktivitäten öffentlich und von höchster Stelle gewürdigt wurden.
Insgesamt sechs Vorschläge, von denen zwei erfolgreich waren, hatte Bürgermeister Dr. Walter Jocher, der auch in Stuttgart präsent war, den Auswahlkommissionen vorgelegt. Den „Freundeskreis Asyl“ und die „AG Spurensuche“ des Enztal-Gymnasiums, die wegen der alphabetischen Abfolge als erste von insgesamt 45 zu ehrenden Gruppen aufgerufen wurde, und zwar mit Oberstudienrat Uli Blumenthal und Cosmas Weigel (Calmbach). Stellvertretend für die weiteren AG-Mitglieder Dennis Bahr (Dobel), Alexander Fix (Bieselsberg), Alexander Keppler (Calmbach), Timo Nowak (Dobel), Stephan Öhlschläger (Schömberg), Alexander Schiele (Calmbach) und Thomas Schönbucher (Bieselsberg). Den Ausführungen des Regierungschefs zufolge hat es sich die „AG Spurensuche“ zur Aufgabe gemacht, das vom Verfall bedrohte Erbe der Kurstadt Bad Wildbad zu wahren, den Bürgern zugänglich zu machen sowie bei ihnen die Lust an der eigenen Geschichte zu wecken. Darüber hinaus engagiere sie sich für die geologischen und botanischen Besonderheiten des Orts.
Wiederum der alphabetischen Reihenfolge entsprechend wurde der „Freundeskreis Asyl“ als 26. Gruppe ausgezeichnet. Vertreten durch Monika von Pigage, Sabine Meng-Anhalt und Uta Eichler als einige der Aktiven des Freundeskreises. Im Jahre 1999 gegründet mit dem Ziel, der zunehmend ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegen die in der Stadt eingerichtete Asylbewerberunterkunft entgegen zu treten und sich in der Lösung von Problemen zu engagieren, wozu die Hausaufgabenbetreuung und Deutschkurse ebenso zählen wie die Anlegung eines Grill- und Spielplatzes und das Bemühen um ein friedvolles Zusammenleben der im Asylbewerberheim untergebrachten Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Damit habe der „Freundeskreis Asyl“, so der Ministerpräsident, deutliche Zeichen von Toleranz und guter Partnerschaft gesetzt. „Beide können etwas davon lernen, die Asylbewerber und die Schwarzwälder“, sagte Günther H. Oettinger wörtlich.
„Es war recht überraschend und hat mich sehr gefreut“, sagte Oberstudienrat Uli Blumenthal nach der Urkunden- und Plakettenverleihung durch Ministerpräsident Günther H. Oettinger und sah darin einen Ansporn für die Schüler zum Weitermachen. Zumal es in Bad Wildbad viel Historisches an Kultur und Geschiche gebe, das bisher zu wenig genützt werde. Cosmas Weigel wertete die Ehrung als eine Bestätigung der Arbeit der „AG Spurensuche“ und ebenfalls als einen Ansporn zum Weitermachen. Ein auf den Nägeln brennender Wunsch der Arbeitsgemeinschaft ist die Beschilderung des historisch-biologischen-botanischen Wegs vom Bahnhof ins Rennbachtal und im Bereich der „Paulinenhöhe“, für deren Finanzierung Sponsoren gesucht werden.- „Man freut sich über die Anerkennung der Arbeit insbesondere bei so vielen Aktivitäten im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements. Woran zu sehen ist, dass auch in einer Stadt mit wenig Geld eben durch einen solchen Einsatz etwas zu bewegen ist“, sagte Monika von Pigage nach der Ehrung.

Mineralölwirtschaftsverband e.V.
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