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macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance.
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MÄRZ 2006 |
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25.03.2006
Weiter
Rätselraten um Lehrerakademie
Kommt
die Lehrerakademie nach Bad Wildbad oder nicht? Der Staatssekretär hat bei einer
CDU-Wahlkampfveranstaltung Zuversicht ausgestrahlt, sagte Bürgermeister Dr.
Walter Jocher am Dienstag bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses, aber nach
der Wortwahl keine definitive Zusage gegeben. Mit dieser orakelähnlichen Auskunft
musste sich Stadtrat Jürgen Schrumpf (SPD) zufrieden geben, der bekannte kein so
gutes Gefühl bezüglich der noch ausstehenden Entscheidung zu haben. Jedenfalls sei
das Finanzministerium an einer wirtschaftlich vertretbaren Lösung interessiert und
bevorzuge damit einen neuen Standort gegenüber der Renovierung der beiden bisherigen,
erläuterte Jocher. Er hofft auf eine zügige Entscheidung nach der
Landtagswahl.
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23.03.2006
Kontrollbehörde hält
sich aus Brückenstreit heraus
BAD WILDBAD. Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) will sich nicht in die Diskussion um die
Bertholdbrücke einschalten. Vom Wildbader Gemeinderat war das gefordert worden, nachdem
sich die Sanierungs-kosten verdoppelt hatten.
Wir sind nicht zuständig. So lässt sich zusammenfassen, was die GPA nach
einem Gespräch mit Wildbads Stadtbaumeister zum Thema Regressanspruch in Sachen
Bertholdbrücke zu sagen hatte. Der Gemeinderat hatte Peter Jung-Teltschik beauftragt, die
rund 165 000 Euro teure Brückensanierung baufachtechnisch von der GPA prüfen zu lassen.
Prüfungsgrund waren die um rund 80 000 Euro gestiegen Kosten und die Tatsache, dass die
Stadtverwaltung den Gemeinderat erst nach Monaten über die Verteuerung informiert hatte
(die PZ berichtete).
Anwälte sind zuständig
Im Bauausschuss stellte Jung-Teltschik nun die Ergebnisse des Gesprächs mit der GPA vor.
Die sieht sich zwar nicht zuständig, verweist Regressfragen ins Aufgabengebiet von
Rechtsanwälten, nahm aber doch Stellung zu den Erfolgsaussichten eventueller Forderungen.
Die sind demnach schlecht. Schadensersatzansprüche gegenüber dem Ingenieurbüro setzen
einen Schaden voraus und: Es fehlt hier insgesamt an einem Schaden, der geltend
gemacht werden kann, steht in einer Stellungnahme der GPA, die dem Bauausschuss
vorgelegt wurde, und es gebe deshalb erhebliche Probleme ein schuldhaftes Verhalten
nachzuweisen.
Schultes sieht sich bestätigt
Bürgermeister Walter Jocher sieht sich mit der Stellungnahme der GPA insgesamt in seiner
Einschätzung bestätigt. Ich habe damals zugestimmt, die GPA einzuschalten, damit
mein Stadtbaumeister von jedem schuldhaften Verhalten freigesprochen wird, so der
Schultes zur Pforzheimer Zeitung.
Der Bauausschuss war mit der bloßen Bekanntgabe des neuen Sachstandes indes nicht
einverstanden. Die Ausschussmitglieder haben am Dienstag beschlossen, dass dem Gemeinderat
bis zur nächsten Sitzung eine Sitzungsvorlage zum Thema ausgehändigt werden muss.
Darin kann die Verwaltung beauftragt werden, Anwälten die Sache auf den Tisch zu
legen, sagt Stadtbaumeister Jung-Teltschik. Es stehe auch noch aus, die höheren
Kosten für die Brückensanierung abzusegnen.
Erstellt am: 23.03.2006
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22.03.2006
Gewerbeverein löst sich
auf
HGV Calmbach: das Aus nach acht Jahren Vorstand: Mitglieder bringen sich zu wenig
ein
BAD WILDBAD-CALMBACH. Im zweiten Anlauf hat die Auflösung des Handels- und Gewerbevereins
(HGV) Calmbach geklappt. Bei der ersten Abstimmung der Mitglieder fehlte knapp die
erforderliche Dreiviertelmehrheit.
So jetzt langts, betonte HGV-Vorsitzender Erich-Wolfgang Moersch
sichtlich zufrieden bei der Hauptversammlung des Vereins, nachdem die zweite Abstimmung
nach heftiger Diskussion zum gewünschten Ergebnis, der Auflösung des HGV, geführt
hatte. Mit 20 Ja-Stimmen, zwei Neins und einer Enthaltung wurde somit der Handels- und
Gewerbeverein im zarten Alter von acht Jahren zu Grabe getragen. Weil die 65 Mitglieder
ihrem Vorstand in den vergangenen Jahren immer weniger Feedback gaben, an gemeinsamen
Aktionen nur noch wenige teilnahmen und sich auch im Arbeitseinsatz beim Calmbacher
Herbst, Fleckenfest oder Seifenkistenrennen zunehmend verweigerten, stellten sich der
Vorsitzende Erich-Wolfgang Moersch neben Kassiererin Ulrike Roller und Beisitzerin Sabine
Nass für ihr jeweiliges Amt im Verein nicht mehr zur Verfügung (PZ hat berichtet).
Schweigen bei Wahlvorschlägen
Jack Schmid hatte zudem sein Amt als zweiter Vorsitzender nur der Not, also der
Vereinssatzung, gehorchend seit dem vergangenen Jahr weitergeführt. Und auch dem dritten
Vorsitzenden Oliver Haug war die Lust auf ehrenamtliches Engagement im HGV vergangen.
Hätte sich ein neuer erster Vorsitzender aus den Reihen der Mitglieder gefunden, hätten
sie und Schriftführer Martin Keppler nach eigenem Bekunden weitergemacht. Dem war
allerdings nicht so und beim Punkt Wahlen herrschte beim Thema Vorschläge im Gasthof
Waldhorn in Calmbach betretenes Schweigen der 23 Anwesenden. Leute, da
kommen einem die Tränen, brachte Dieter Neher mit seiner konsequenten und
beharrlichen Ablehnung der Auflösung wenigstens die Diskussion um den HGV, der 1998
euphorisch und mit Aufbruchstimmung gegründet wurde, in Gang. Ich finde es
beschämend, wenn keine Diskussion stattfindet, so Neher. Und: In Calmbach
geht trotzdem noch die Sonne auf, versuchte er, Lust auf den Weiterbestand des
seiner Meinung nach für Calmbach wichtigen Vereins zu machen.
Nein zu erzwungenem Vorstand
Durch die Neinstimmen von ihm, Gerhard Bott und Barbara Mast und vier Enthaltungen war bei
der ersten Abstimmung mit 16 Jas die erforderliche drei Viertel Mehrheit für die
Vereinsauflösung nicht gegeben. Ich muss aufhören können, wenn ich es nicht mehr
machen will, gab Moersch als klare Aussage zum Ehrenamt, dass es einem Verein nichts
nütze, einen erzwungenen Vorstand zu haben, der dann Ende des Jahres seinen Austritt
erkläre. Dass die sieben, die sich enthalten und mit Nein gestimmt hatten, den Verein
weiterführen was eine Möglichkeit gewesen wäre kam aber auch nicht
zustande. Auf die beherzten Appelle von Jochen Borg und Martin Keppler an die Enthalter
und Neinsager, sich die Auswirkungen ihres Abstimmungsverhalten bewusst zu machen, wurde
schließlich auf Antrag von Keppler erneut abgestimmt. Wenn man uns zwingt, im Amt
zu bleiben, dann wird es schwierig, noch jemanden zu finden, der überhaupt ein Ehrenamt
annimmt, fasste Keppler den Frust der Amtsträger zusammen. Und: Man muss uns
die Möglichkeit geben, zurückzutreten. Vermögen geht an die Stadt
Laut Satzung geht das Vereinsvermögen nun an die Stadtverwaltung und muss dort zehn Jahre
aufbewahrt werden.
Wenn sich in dieser Zeit ein neuer HGV gründet, kann er das Vermögen übernehmen. Wenn
nicht, wird es gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Zu Liquidatoren wurden mit einer
Gegenstimme Erich-Wolfgang Moersch und Kassiererin Ulrike Roller gewählt. Die Stammtische
einmal im Monat sollen in loser Form weitergeführt werden.
Erstellt am: 22.03.2006
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15.03.2006
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 03.03.2006
Wieder Funk-Stille im Kurort
Pächter geben auf: Traditionsreiches Hotel in Dobel bleibt bis auf Weiteres auch nach den
Betriebsferien geschlossen
Endgültig
dicht: Das Hotel Funk wird nach den Betriebsferien nicht wieder geöffnet.
Die bisherigen Pächter haben sich
gestern bei Bürgermeister Wolfgang Krieg verabschiedet
DOBEL. Noch hat das Hotel Funk offiziell Betriebsferien. Seit gestern ist
sicher: Das Haus wird seine Pforten nicht wieder öffnen. Die Pächter haben sich
gerade von mir verabschiedet, sagt Bürgermeister Wolfgang Krieg.
Sowohl für den Schultes als auch für Kurgeschäftsführer Axel Singer kam die
Geschäftsaufgabe völlig überraschend. Erst Anfang August 2004 hatten
Valentin Andres und sein Partner Jens Krause das bis dato seit Jahren leer stehende,
einstige Dobler Aushängeschild, wieder zum Leben erweckt. Doch nun sind die Türen der
Herberge, in deren Glanzzeiten gar gekrönte Häupter zu Gast waren, wieder geschlossen.
Möbelwagen sollen bereits vorgefahren sein.
Eine Tatsache, die ein Mitglied der Pächterfamilie der Pforzheimer Zeitung
auf Anfrage bestätigte. Aber: Zu den Gründen der Geschäftsaufgabe wollen die Pächter
keine weitere Stellungnahme abgeben, außer dass es Unstimmigkeiten mit dem
Eigentümer der Immobilie gegeben habe. Beruflich wollen die Pächterfamilien sowohl
in der Gastronomie als auch in der Region bleiben. Es sei bereits ein neues Objekt in Bad
Liebenzell ins Auge gefasst worden, so die Angabe gegenüber der PZ.
Interessenten gesucht
Die plötzliche Schließung des Flaggschiffs der Dobler Hotellerie trifft
Bürgermeister Wolfgang Krieg auf dem linken Fuß, wie er zugab. Der Schultes
ist aber zuversichtlich, der Nobelherberge an der Ortsdurchfahrt bald wieder Leben
einhauchen zu können. Dabei möchte der Bürgermeister zweigleisig fahren. Zum einen will
er nach neuen Interessenten suchen. Zum anderen möchte er die Bewerber anschreiben, die
sich 2004 für das Funk interessiert haben, aber gegenüber den
Noch-Pächtern nicht zum Zuge gekommen sind.
Ein Haus, ja eine erste Adresse wie das Hotel Funk sei für einen Kur- und
Ferienort wie Dobel einfach unverzichtbar, betont der Bürgermeister. Deshalb müsse
schnell ein neuer Betreiber gefunden werden. Zumal es in Dobel neben dem Funk
mit dem Ratskeller ein weiteres gastronomisches Sorgenkind gebe, das bereits
seit längerer Zeit leer steht.
Erstellt am: 15.03.2006
Erneut ist ein "Gastronomischer
Traum" wie eine Seifenblase geplatzt.
Auch hier dürfte den Betreibern, die sich sehr bemüht haben eine gehobene
Gastronomie, einen "Guten Namen" wieder herzustellen ganz einfach die
finanzielle
Basis zu eng geworden zu sein.
Schade, ich wünsche den Pächtern an anderer Stelle viel Erfolg.
pefri-wildbad.de/pefri/inter/inter-november-2004.htm

Hotel Funk
Seinen Ursprung hat das Hotel Funk in der einstigen
Bäckerei und Konditorei des Funkebäck vom Dobel. Seine Blütezeit erlebte
das Haus dann unter der Leitung von Funkebäck-Tochter Lisel und ihrem Mann
Franz Uttenreuther. Die Empfehlung wir gehen ins Funk auf den Dobel galt über
Jahrzehnte als Aushängeschild und erste Visitenkarte für den Höhen-Kurort. In den
Jahren nach 1945, nach kurzer Beschlagnahme des Hotels durch die französische
Besatzungsmacht, blühte das Unternehmen neu auf.
Ein Arbeitsplatz im Funk war beim Hotelpersonal gefragt und manch ein Lehrling
hat hier seine ersten Sporen verdient, um danach vom Dobel aus eine verheißungsvolle
Karriere zu starten.
Berühmte Häuser der Hotelbranche wie der Erbprinz in Ettlingen, die
Traube im Tonbachtal und das Hotel Bareis in Baiersbronn haben
geschultes Personal bevorzugt vom Funk in Dobel geholt.
In den sechziger Jahren gab sich die Prominenz ein Stelldichein im Funk.
Regelmäßig kamen Besucher aus Künstlerkreisen ins Hotel, so etwa Elisabeth
Flickenschild, Anna Damann, Traute Rose, Gustl Bayrhammer, René Deltgen und Erich Ponto.
Auch berühmte Sportler waren zu Gast, wie die seinerzeit berühmte Handballtruppe aus
Göppingen mit Bernhard Kempa oder die einstmals gefeierten Rennfahrer Caracciola, Lang
und Kling. Geadelt wurde das Hotel Funk im Jahr 1960, als die spätere
spanische Königin Sofia bei ihrem Aufenthalt in Dobel das Haus zu ihrem Domizil auserkor.
Quelle: Heimatbuch Dobel
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 03.03.2006
In
Memoriam Eugen Bätzner 1913 2006
Dem
Bürger, der den Ruf der Stadt mehrte, dem vorbildlichen Gastgeber und einem
liebenswürdigen Menschen Eugen Bätzner zu seinem 60. Geburtstag von der
Stadt Wildbad gewidmet ... so schrieb vor fast 33 Jahren der jüngst verstorbene
ehemalige Bürgermeister und Ehrenbürger Wildbads, Hermann Saam, über Eugen Bätzner. Am
vergangenen Montag verstarb Eugen Baetzner, wenige Wochen vor Vollendung seines 93.
Lebensjahres im Ludwig-Uhland-Stift.
Der Name Eugen Bätzner war untrennbar verbunden mit dem Sommerberg und dem
Sommerberghotel, das er zusammen mit seiner Familie viele Jahre lang führte. Er trug
damit wesentlich zur positiven Entwicklung des Kurorts in den Jahrzehnten nach dem Kriege
bei. Nicht nur, dass sich im Sommerberghotel Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik
und Sport trafen, hier ihren Urlaub verbrachten oder während ihrer Wildbadkur wohnten,
Eugen Bätzner war ein engagierter Bürger, dem das Wohl seiner Heimatstadt immer am
Herzen lag.
Wer ihn kannte, wusste, dass er alles andere war als ein unnahbarer Hotelbesitzer. Er war
gleichermaßen Herr und Knecht, und dies machte ihn bei seinen Mitmenschen so
beliebt. Er hatte für jeden, dem er begegnete, ein freundliches Wort, und man fühlte,
dass es ihm Freude bereitete, mit anderen zu reden oder ihnen zuzuhören.
Diese Offenheit trug er auch in die zahlreichen Vereine und Gruppierungen hinein, denen er
viele Jahrzehnte angehörte. So war er Ehrenmitglied im TSV Wildbad, in der Skizunft
Wildbad, deren Ehrenvorsitzender er außerdem war, im Musikverein Wildbad, im
Schwarzwaldverein Wildbad und im Tennisclub Wildbad, den er selbst im Jahre 1938
mitgegründet hatte. Zahlreiche Ehrungen erhielt er von überörtlichen Vereinigungen, so
vom Landesjagdverband, VDK, Blasmusikerverband, Skiclub Pforzheim, Skikreis Calw, Schwäb.
Skiverband und vielen anderen. Man könnte aus dieser Aufzählung schließen, dass Eugen
Bätzner ein Vereinsmaier war aber trotz zahlreicher Mitgliedschaften
war dies keineswegs der Fall. Er gab seine Meinung kund, wenn er gefragt wurde, er nahm
Stellung zu lokalen Themen, aber er tolerierte ebenso die Auffassung und Ansichten
anderer.
Dass er ein begeisterter Sportler war, lässt sich aus seinen zahlreichen
Vereinsmitgliedschaften ersehen. Aktiv war er in seiner Jugend vor allem beim Fußball,
später im Tennissport, sein ganzes Leben jedoch beim alpinen und nordischen Wintersport,
und noch in den letzten Wochen vor seinem Tode verfolgte er mit großem Interesse die
wintersportlichen Ereignisse auf dem Fernsehschirm.
Seine positive Lebenseinstellung, auch noch im hohen Alter, half ihm sicherlich, die
schweren Schicksalsschläge zu meistern, die ihn in den beiden letzten Jahrzehnten
ereilten: der Lawinentod seines Sohnes Eugen, der Verlust der Ehefrau Johanna und der
Niedergang und das langjährige Aus für das Sommerberghotel, das er und seine
Familie nach dem Brand Anfang der 60er Jahre zu neuer Blüte empor gebracht hatte.
Was bleibt, ist die Erinnerung. Die Erinnerung an einen stets aufgeschlossenen, herzlichen
und bescheidenen Menschen, der in seinem Leben vieles bewegt und erreicht hat. Im
Gedächtnis vieler Menschen, die ihn kannten, wird er weiterleben
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 24.02.2006
Prominente fühlten sich
zu Hause
Hans Willy Wende erinnert sich an Aufstieg und Fall des Sommerberghotels Bekanntes
Haus prägte Bad Wildbad
BAD WILDBAD. Mit dem Tod von Eugen Bätzner, Seniorchef des Sommerberghotels,
endet in Bad Wildbad ein glanzvolles Kapitel der Kurstadt. 90 Jahre lang prägte das Haus
mit seinen prominenten Gästen die Geschichte der Stadt.
1908 wurde das Sommerberghotel von Karl Bätzner
gebaut und 1909 eröffnet, 1960 brannte es ab und 1963 nahm das vollkommen neu
konstruierte Haus bis zum Konkurs 1998 einen rasanten Aufschwung und beherbergte
zahlreiche Prominente.
Daran erinnert sich der frühere Hoteldirektor Hans Willy Wende aus Bad Wildbad.
Eugen Bätzner war ein liebenswerter Mensch, der es verstanden hat, mit Menschen
umzugehen, kennzeichnet der 73-Jährige den Seniorchef, der die letzten vier Jahre
im Ludwig-Uhland-Stift in Wildbad lebte. Dort besuchte Wende seinen ehemaligen Chef immer
mal wieder. Von 1950 bis 1953 lernte Wende den Beruf Hotelkaufmann noch im alten Hotel mit
80 Betten. Von 1970 an war Hans Willy Wende Hoteldirektor und später Prokurist des
einstigen Nobelhotels.
Hotel brannte 1960 ab
Der Neubau kostete seinerzeit die Summe von einer halben Million Goldmark. Damals gab es
noch Etagenduschen, erinnert sich Hans Willy Wende. Das überwiegend in Holz konstruierte
Hotel brannte 1960, kurz nach dem Tod von Hotelgründer Karl Bätzner, bis auf die
Grundmauern ab. Als Grund des verheerenden Brandes wurde die Brandstiftung durch einen
verwirrten 16-Jährigen angegeben. Zwei Mitarbeiter verloren dabei ihr Leben, alle anderen
konnten nur das retten, was sie am Leibe trugen.
1963 eröffneten Eugen Bätzner senior, gelernter Küchenchef, und seine Frau Johanna das
Hotel mit mittlerweile 138 Betten wieder. Mit der leicht geschwungenen Konstruktion, die
allen Zimmern den herrlichen Ausblick ins wunderschöne Obere Enztal boten, war das
Sommerberghotel in den Sechzigerjahren beliebter Treffpunkt von Gästen, die sogar aus der
Schweiz und Amerika kamen. Damals boomte es, erinnert sich Wende. Gäste
hatten wir genug, nur kein Personal, erzählt er weiter. In den 70er-Jahren gab es
104 Beschäftigte.
Vier Bundespräsidenten, Theodor Heuss im alten Hotel und im neuen dann Gustav Heinemann
1968, Richard von Weizsäcker 1991 und Roman Herzog, weilten im legendären
Sommerberghotel in Bad Wildbad. Lieber Herr Wende, die hiesigen Wände, boten Glück
ohne Ende, drum hier meine Hände, textete gar Literaturpapst Marcel
Reich-Ranicki 1987 sein erstes und einziges Gedicht, wie er in Hans Willy
Wendes Gästebuch launig schrieb.
Prominente Gäste
Und Fußballgrößen wie Uwe Seeler oder namhafte Schauspieler, wie Inge Meysel gaben sich
dort die Klinke in die Hand. So schrieb die Mutter der Nation dem Prokuristen
im Juli 1971 ins Buch:Das Sommerberghotel ist erstklassig, aber noch erstklassiger
ist Hans Willy Wende.
1995 verunglückte Eugen Bätzner junior bei einem Skiunfall in Frankreich. Ab da
übernahm seine Frau Beate Bätzner das Traditionshotel. Wir hatten eine Schublade
voller Ideen, kritisiert Wende heute, dass sich die Banken nach dem Gäste-rückgang
durch die Gesundheitsreform Anfang der 90er-Jahre nicht sehr kooperativ gezeigt hätten.
Ich bin wahnsinnig traurig und niedergeschlagen, war von Eugen Bätzner damals
85-jährig zu erfahren. Es ist mir unerklärlich, dass niemand auf die Idee kommt,
Geld in dieses Haus zu investieren, meint Wende zur heutigen Situation.
Bis letztes Jahr war er lange Jahre Prüfungsvorsitzender für Hotelfachberufe. Schon in
der Ausbildung lerne jeder Hotelfachmann: Die drei wichtigsten Dinge für ein
erfolgreiches Hotel ist die Lage, die Lage und die Lage. Und jene habe das
Sommerberghotel, das derzeit nur eingeschränkt genutzt wird, auch heute noch, so Wende.
Erstellt am: 02.03.2006
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Eugen Bätzner
geboren am 23. März 1913 in Wildbad auf dem Sommerberg,
ist am 27.02.2006 einen Monat vor
Vollendung seines 93sten Lebensjahres von uns gegangen.
Eugen Bätzner sen. der Sohn eines Sommerbergpioniers hat die
Gastronomie auf dem Sommerberg, in Bad Wildbad und im
gesamten Süddeutschen Raum über Jahre hinweg geprägt.
Eugen Bätzner sen. in eine Gastronomie geboren, war von Kindheit
an der Natur verbunden, er liebte seinen Sommerberg, das Jagen
den Wintersport und wurde zu einem grossartigen Gastgeber auf
dem Sommerberg.
Viele Tiefschläge in seinem Leben haben an seiner freundlichen Art
auf Menschen zuzugehen nichts geändert; er war ein Optimist und
hat immer neue Wege gesucht und seine Mitmenschen mit Motiviert.
Mit "Onkel Eugen" hat uns der "älteste Urbewohner des
Sommerberg"
verlassen, wir werden ihn schmerzlich vermissen.
Herzliches Beileid, seinen Hinterbliebenen

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