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Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance.

Winston Churchill

MÄRZ 2006

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w_anzeigenblatt.gif (2290 Byte) 25.03.2006

Weiter Rätselraten um Lehrerakademie
Kommt die Lehrerakademie nach Bad Wildbad oder nicht? Der Staatssekretär hat bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung „Zuversicht ausgestrahlt“, sagte Bürgermeister Dr. Walter Jocher am Dienstag bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses, „aber nach der Wortwahl keine definitive Zusage“ gegeben. Mit dieser orakelähnlichen Auskunft musste sich Stadtrat Jürgen Schrumpf (SPD) zufrieden geben, der bekannte „kein so gutes Gefühl“ bezüglich der noch ausstehenden Entscheidung zu haben. Jedenfalls sei das Finanzministerium an einer wirtschaftlich vertretbaren Lösung interessiert – und bevorzuge damit einen neuen Standort gegenüber der Renovierung der beiden bisherigen, erläuterte Jocher. Er hofft auf eine „zügige Entscheidung nach der Landtagswahl“.

Pforzheimer Zeitung 23.03.2006
Kontrollbehörde hält sich aus Brückenstreit heraus

BAD WILDBAD. Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) will sich nicht in die Diskussion um die Bertholdbrücke einschalten. Vom Wildbader Gemeinderat war das gefordert worden, nachdem sich die Sanierungs-kosten verdoppelt hatten.

„Wir sind nicht zuständig“. So lässt sich zusammenfassen, was die GPA nach einem Gespräch mit Wildbads Stadtbaumeister zum Thema Regressanspruch in Sachen Bertholdbrücke zu sagen hatte. Der Gemeinderat hatte Peter Jung-Teltschik beauftragt, die rund 165 000 Euro teure Brückensanierung baufachtechnisch von der GPA prüfen zu lassen. Prüfungsgrund waren die um rund 80 000 Euro gestiegen Kosten und die Tatsache, dass die Stadtverwaltung den Gemeinderat erst nach Monaten über die Verteuerung informiert hatte (die PZ berichtete).

Anwälte sind zuständig

Im Bauausschuss stellte Jung-Teltschik nun die Ergebnisse des Gesprächs mit der GPA vor. Die sieht sich zwar nicht zuständig, verweist Regressfragen ins Aufgabengebiet von Rechtsanwälten, nahm aber doch Stellung zu den Erfolgsaussichten eventueller Forderungen. Die sind demnach schlecht. Schadensersatzansprüche gegenüber dem Ingenieurbüro setzen einen Schaden voraus und: „Es fehlt hier insgesamt an einem Schaden, der geltend gemacht werden kann“, steht in einer Stellungnahme der GPA, die dem Bauausschuss vorgelegt wurde, und es gebe deshalb „erhebliche Probleme ein schuldhaftes Verhalten nachzuweisen“.

Schultes sieht sich bestätigt

Bürgermeister Walter Jocher sieht sich mit der Stellungnahme der GPA insgesamt in seiner Einschätzung bestätigt. „Ich habe damals zugestimmt, die GPA einzuschalten, damit mein Stadtbaumeister von jedem schuldhaften Verhalten freigesprochen wird“, so der Schultes zur Pforzheimer Zeitung.

Der Bauausschuss war mit der bloßen Bekanntgabe des neuen Sachstandes indes nicht einverstanden. Die Ausschussmitglieder haben am Dienstag beschlossen, dass dem Gemeinderat bis zur nächsten Sitzung eine Sitzungsvorlage zum Thema ausgehändigt werden muss. „Darin kann die Verwaltung beauftragt werden, Anwälten die Sache auf den Tisch zu legen“, sagt Stadtbaumeister Jung-Teltschik. Es stehe auch noch aus, die höheren Kosten für die Brückensanierung abzusegnen.

Erstellt am: 23.03.2006

Pforzheimer Zeitung 22.03.2006
Gewerbeverein löst sich auf
HGV Calmbach: das Aus nach acht Jahren – Vorstand: Mitglieder bringen sich zu wenig ein


BAD WILDBAD-CALMBACH. Im zweiten Anlauf hat die Auflösung des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Calmbach geklappt. Bei der ersten Abstimmung der Mitglieder fehlte knapp die erforderliche Dreiviertelmehrheit.

„So jetzt langt’s“, betonte HGV-Vorsitzender Erich-Wolfgang Moersch sichtlich zufrieden bei der Hauptversammlung des Vereins, nachdem die zweite Abstimmung nach heftiger Diskussion zum gewünschten Ergebnis, der Auflösung des HGV, geführt hatte. Mit 20 Ja-Stimmen, zwei Neins und einer Enthaltung wurde somit der Handels- und Gewerbeverein im zarten Alter von acht Jahren zu Grabe getragen. Weil die 65 Mitglieder ihrem Vorstand in den vergangenen Jahren immer weniger Feedback gaben, an gemeinsamen Aktionen nur noch wenige teilnahmen und sich auch im Arbeitseinsatz beim Calmbacher Herbst, Fleckenfest oder Seifenkistenrennen zunehmend verweigerten, stellten sich der Vorsitzende Erich-Wolfgang Moersch neben Kassiererin Ulrike Roller und Beisitzerin Sabine Nass für ihr jeweiliges Amt im Verein nicht mehr zur Verfügung (PZ hat berichtet).

Schweigen bei Wahlvorschlägen

Jack Schmid hatte zudem sein Amt als zweiter Vorsitzender nur der Not, also der Vereinssatzung, gehorchend seit dem vergangenen Jahr weitergeführt. Und auch dem dritten Vorsitzenden Oliver Haug war die Lust auf ehrenamtliches Engagement im HGV vergangen. Hätte sich ein neuer erster Vorsitzender aus den Reihen der Mitglieder gefunden, hätten sie und Schriftführer Martin Keppler nach eigenem Bekunden weitergemacht. Dem war allerdings nicht so und beim Punkt Wahlen herrschte beim Thema Vorschläge im Gasthof „Waldhorn“ in Calmbach betretenes Schweigen der 23 Anwesenden. „Leute, da kommen einem die Tränen“, brachte Dieter Neher mit seiner konsequenten und beharrlichen Ablehnung der Auflösung wenigstens die Diskussion um den HGV, der 1998 euphorisch und mit Aufbruchstimmung gegründet wurde, in Gang. „Ich finde es beschämend, wenn keine Diskussion stattfindet“, so Neher. Und: „In Calmbach geht trotzdem noch die Sonne auf“, versuchte er, Lust auf den Weiterbestand des seiner Meinung nach für Calmbach wichtigen Vereins zu machen.

Nein zu erzwungenem Vorstand

Durch die Neinstimmen von ihm, Gerhard Bott und Barbara Mast und vier Enthaltungen war bei der ersten Abstimmung mit 16 Jas die erforderliche drei Viertel Mehrheit für die Vereinsauflösung nicht gegeben. „Ich muss aufhören können, wenn ich es nicht mehr machen will“, gab Moersch als klare Aussage zum Ehrenamt, dass es einem Verein nichts nütze, einen erzwungenen Vorstand zu haben, der dann Ende des Jahres seinen Austritt erkläre. Dass die sieben, die sich enthalten und mit Nein gestimmt hatten, den Verein weiterführen – was eine Möglichkeit gewesen wäre – kam aber auch nicht zustande. Auf die beherzten Appelle von Jochen Borg und Martin Keppler an die Enthalter und Neinsager, sich die Auswirkungen ihres Abstimmungsverhalten bewusst zu machen, wurde schließlich auf Antrag von Keppler erneut abgestimmt. „Wenn man uns zwingt, im Amt zu bleiben, dann wird es schwierig, noch jemanden zu finden, der überhaupt ein Ehrenamt annimmt“, fasste Keppler den Frust der Amtsträger zusammen. Und: „Man muss uns die Möglichkeit geben, zurückzutreten.“ Vermögen geht an die Stadt
Laut Satzung geht das Vereinsvermögen nun an die Stadtverwaltung und muss dort zehn Jahre aufbewahrt werden.

Wenn sich in dieser Zeit ein neuer HGV gründet, kann er das Vermögen übernehmen. Wenn nicht, wird es gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Zu Liquidatoren wurden mit einer Gegenstimme Erich-Wolfgang Moersch und Kassiererin Ulrike Roller gewählt. Die Stammtische einmal im Monat sollen in loser Form weitergeführt werden.

Erstellt am: 22.03.2006

w_anzeigenblatt.gif (2290 Byte) 15.03.2006geb-pflicht-jocher.jpg (102522 Byte)

 

x.gif (67 Byte)Pforzheimer Zeitung 03.03.2006
Wieder Funk-Stille im Kurort
Pächter geben auf: Traditionsreiches Hotel in Dobel bleibt bis auf Weiteres auch nach den Betriebsferien geschlossen


         
Endgültig dicht: Das Hotel Funk wird nach den Betriebsferien nicht wieder geöffnet.
          Die bisherigen Pächter haben sich gestern bei Bürgermeister Wolfgang Krieg verabschiedet


DOBEL. Noch hat das Hotel „Funk“ offiziell Betriebsferien. Seit gestern ist sicher: Das Haus wird seine Pforten nicht wieder öffnen. „Die Pächter haben sich gerade von mir verabschiedet“, sagt Bürgermeister Wolfgang Krieg.

Sowohl für den Schultes als auch für Kurgeschäftsführer Axel Singer kam die Geschäftsaufgabe „völlig überraschend“. Erst Anfang August 2004 hatten Valentin Andres und sein Partner Jens Krause das bis dato seit Jahren leer stehende, einstige Dobler Aushängeschild, wieder zum Leben erweckt. Doch nun sind die Türen der Herberge, in deren Glanzzeiten gar gekrönte Häupter zu Gast waren, wieder geschlossen. Möbelwagen sollen bereits vorgefahren sein.

Eine Tatsache, die ein Mitglied der Pächterfamilie der „Pforzheimer Zeitung“ auf Anfrage bestätigte. Aber: Zu den Gründen der Geschäftsaufgabe wollen die Pächter keine weitere Stellungnahme abgeben, außer dass es „Unstimmigkeiten mit dem Eigentümer“ der Immobilie gegeben habe. Beruflich wollen die Pächterfamilien sowohl in der Gastronomie als auch in der Region bleiben. Es sei bereits ein neues Objekt in Bad Liebenzell ins Auge gefasst worden, so die Angabe gegenüber der PZ.

Interessenten gesucht

Die plötzliche Schließung des „Flaggschiffs der Dobler Hotellerie“ trifft Bürgermeister Wolfgang Krieg „auf dem linken Fuß“, wie er zugab. Der Schultes ist aber zuversichtlich, der Nobelherberge an der Ortsdurchfahrt bald wieder Leben einhauchen zu können. Dabei möchte der Bürgermeister zweigleisig fahren. Zum einen will er nach neuen Interessenten suchen. Zum anderen möchte er die Bewerber anschreiben, die sich 2004 für das „Funk“ interessiert haben, aber gegenüber den „Noch-Pächtern“ nicht zum Zuge gekommen sind.

Ein Haus, ja „eine erste Adresse“ wie das Hotel Funk sei für einen Kur- und Ferienort wie Dobel einfach unverzichtbar, betont der Bürgermeister. Deshalb müsse schnell ein neuer Betreiber gefunden werden. Zumal es in Dobel neben dem „Funk“ mit dem „Ratskeller“ ein weiteres gastronomisches Sorgenkind gebe, das bereits seit längerer Zeit leer steht.


Erstellt am: 15.03.2006

Erneut ist ein "Gastronomischer Traum" wie eine Seifenblase geplatzt.
Auch hier dürfte den Betreibern, die sich sehr bemüht haben eine gehobene
Gastronomie,
einen "Guten Namen" wieder herzustellen ganz einfach die finanzielle
Basis zu eng geworden
zu sein.
Schade, ich wünsche den Pächtern an anderer Stelle viel Erfolg.
pefri-wildbad.de/pefri/inter/inter-november-2004.htm

Peter Fritze



Hotel Funk
Seinen Ursprung hat das Hotel Funk in der einstigen Bäckerei und Konditorei des „Funkebäck vom Dobel“. Seine Blütezeit erlebte das Haus dann unter der Leitung von „Funkebäck“-Tochter Lisel und ihrem Mann Franz Uttenreuther. Die Empfehlung „wir gehen ins Funk auf den Dobel“ galt über Jahrzehnte als Aushängeschild und erste Visitenkarte für den Höhen-Kurort. In den Jahren nach 1945, nach kurzer Beschlagnahme des Hotels durch die französische Besatzungsmacht, blühte das Unternehmen neu auf.

Ein Arbeitsplatz im „Funk“ war beim Hotelpersonal gefragt und manch ein Lehrling hat hier seine ersten Sporen verdient, um danach vom Dobel aus eine verheißungsvolle Karriere zu starten.

Berühmte Häuser der Hotelbranche wie der „Erbprinz“ in Ettlingen, die „Traube“ im Tonbachtal und das Hotel „Bareis“ in Baiersbronn haben geschultes Personal bevorzugt vom „Funk in Dobel“ geholt.
In den sechziger Jahren gab sich die Prominenz ein Stelldichein im „Funk“. Regelmäßig kamen Besucher aus Künstlerkreisen ins Hotel, so etwa Elisabeth Flickenschild, Anna Damann, Traute Rose, Gustl Bayrhammer, René Deltgen und Erich Ponto.

Auch berühmte Sportler waren zu Gast, wie die seinerzeit berühmte Handballtruppe aus Göppingen mit Bernhard Kempa oder die einstmals gefeierten Rennfahrer Caracciola, Lang und Kling. Geadelt wurde das „Hotel Funk“ im Jahr 1960, als die spätere spanische Königin Sofia bei ihrem Aufenthalt in Dobel das Haus zu ihrem Domizil auserkor.

Quelle: Heimatbuch Dobel

x.gif (67 Byte)w_anzeigenblatt.gif (2290 Byte) 03.03.2006
In Memoriam Eugen Bätzner 1913 – 2006
„Dem Bürger, der den Ruf der Stadt mehrte, dem vorbildlichen Gastgeber und einem liebenswürdigen Menschen – Eugen Bätzner – zu seinem 60. Geburtstag von der Stadt Wildbad gewidmet ...„ so schrieb vor fast 33 Jahren der jüngst verstorbene ehemalige Bürgermeister und Ehrenbürger Wildbads, Hermann Saam, über Eugen Bätzner. Am vergangenen Montag verstarb Eugen Baetzner, wenige Wochen vor Vollendung seines 93. Lebensjahres im Ludwig-Uhland-Stift.

Der Name Eugen Bätzner war untrennbar verbunden mit dem Sommerberg und dem Sommerberghotel, das er zusammen mit seiner Familie viele Jahre lang führte. Er trug damit wesentlich zur positiven Entwicklung des Kurorts in den Jahrzehnten nach dem Kriege bei. Nicht nur, dass sich im Sommerberghotel Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik und Sport trafen, hier ihren Urlaub verbrachten oder während ihrer Wildbadkur wohnten, Eugen Bätzner war ein engagierter Bürger, dem das Wohl seiner Heimatstadt immer am Herzen lag.
Wer ihn kannte, wusste, dass er alles andere war als ein unnahbarer Hotelbesitzer. Er war gleichermaßen „Herr und Knecht“, und dies machte ihn bei seinen Mitmenschen so beliebt. Er hatte für jeden, dem er begegnete, ein freundliches Wort, und man fühlte, dass es ihm Freude bereitete, mit anderen zu reden oder ihnen zuzuhören.
Diese Offenheit trug er auch in die zahlreichen Vereine und Gruppierungen hinein, denen er viele Jahrzehnte angehörte. So war er Ehrenmitglied im TSV Wildbad, in der Skizunft Wildbad, deren Ehrenvorsitzender er außerdem war, im Musikverein Wildbad, im Schwarzwaldverein Wildbad und im Tennisclub Wildbad, den er selbst im Jahre 1938 mitgegründet hatte. Zahlreiche Ehrungen erhielt er von überörtlichen Vereinigungen, so vom Landesjagdverband, VDK, Blasmusikerverband, Skiclub Pforzheim, Skikreis Calw, Schwäb. Skiverband und vielen anderen. Man könnte aus dieser Aufzählung schließen, dass Eugen Bätzner ein „Vereinsmaier“ war – aber trotz zahlreicher Mitgliedschaften war dies keineswegs der Fall. Er gab seine Meinung kund, wenn er gefragt wurde, er nahm Stellung zu lokalen Themen, aber er tolerierte ebenso die Auffassung und Ansichten anderer.
Dass er ein begeisterter Sportler war, lässt sich aus seinen zahlreichen Vereinsmitgliedschaften ersehen. Aktiv war er in seiner Jugend vor allem beim Fußball, später im Tennissport, sein ganzes Leben jedoch beim alpinen und nordischen Wintersport, und noch in den letzten Wochen vor seinem Tode verfolgte er mit großem Interesse die wintersportlichen Ereignisse auf dem Fernsehschirm.
Seine positive Lebenseinstellung, auch noch im hohen Alter, half ihm sicherlich, die schweren Schicksalsschläge zu meistern, die ihn in den beiden letzten Jahrzehnten ereilten: der Lawinentod seines Sohnes Eugen, der Verlust der Ehefrau Johanna und der Niedergang und das langjährige „Aus“ für das Sommerberghotel, das er und seine Familie nach dem Brand Anfang der 60er Jahre zu neuer Blüte empor gebracht hatte.
Was bleibt, ist die Erinnerung. Die Erinnerung an einen stets aufgeschlossenen, herzlichen und bescheidenen Menschen, der in seinem Leben vieles bewegt und erreicht hat. Im Gedächtnis vieler Menschen, die ihn kannten, wird er weiterleben

x.gif (67 Byte)pz-online.gif (1269 Byte) 24.02.2006
Prominente fühlten sich zu Hause
Hans Willy Wende erinnert sich an Aufstieg und Fall des Sommerberghotels – Bekanntes Haus prägte Bad Wildbad

BAD WILDBAD. Mit dem Tod von Eugen Bätzner, Seniorchef des Sommerberghotels, endet in Bad Wildbad ein glanzvolles Kapitel der Kurstadt. 90 Jahre lang prägte das Haus mit seinen prominenten Gästen die Geschichte der Stadt.

1908 wurde das Sommerberghotel von Karl Bätzner gebaut und 1909 eröffnet, 1960 brannte es ab und 1963 nahm das vollkommen neu konstruierte Haus bis zum Konkurs 1998 einen rasanten Aufschwung und beherbergte zahlreiche Prominente.

Daran erinnert sich der frühere Hoteldirektor Hans Willy Wende aus Bad Wildbad. „Eugen Bätzner war ein liebenswerter Mensch, der es verstanden hat, mit Menschen umzugehen“, kennzeichnet der 73-Jährige den Seniorchef, der die letzten vier Jahre im Ludwig-Uhland-Stift in Wildbad lebte. Dort besuchte Wende seinen ehemaligen Chef immer mal wieder. Von 1950 bis 1953 lernte Wende den Beruf Hotelkaufmann noch im alten Hotel mit 80 Betten. Von 1970 an war Hans Willy Wende Hoteldirektor und später Prokurist des einstigen Nobelhotels.

Hotel brannte 1960 ab

Der Neubau kostete seinerzeit die Summe von einer halben Million Goldmark. Damals gab es noch Etagenduschen, erinnert sich Hans Willy Wende. Das überwiegend in Holz konstruierte Hotel brannte 1960, kurz nach dem Tod von Hotelgründer Karl Bätzner, bis auf die Grundmauern ab. Als Grund des verheerenden Brandes wurde die Brandstiftung durch einen verwirrten 16-Jährigen angegeben. Zwei Mitarbeiter verloren dabei ihr Leben, alle anderen konnten nur das retten, was sie am Leibe trugen.

1963 eröffneten Eugen Bätzner senior, gelernter Küchenchef, und seine Frau Johanna das Hotel mit mittlerweile 138 Betten wieder. Mit der leicht geschwungenen Konstruktion, die allen Zimmern den herrlichen Ausblick ins wunderschöne Obere Enztal boten, war das Sommerberghotel in den Sechzigerjahren beliebter Treffpunkt von Gästen, die sogar aus der Schweiz und Amerika kamen. „Damals boomte es“, erinnert sich Wende. „Gäste hatten wir genug, nur kein Personal“, erzählt er weiter. In den 70er-Jahren gab es 104 Beschäftigte.

Vier Bundespräsidenten, Theodor Heuss im alten Hotel und im neuen dann Gustav Heinemann 1968, Richard von Weizsäcker 1991 und Roman Herzog, weilten im legendären Sommerberghotel in Bad Wildbad. „Lieber Herr Wende, die hiesigen Wände, boten Glück ohne Ende, drum hier meine Hände“, textete gar „Literaturpapst“ Marcel Reich-Ranicki 1987 sein „erstes und einziges Gedicht“, wie er in Hans Willy Wendes Gästebuch launig schrieb.

Prominente Gäste

Und Fußballgrößen wie Uwe Seeler oder namhafte Schauspieler, wie Inge Meysel gaben sich dort die Klinke in die Hand. So schrieb die „Mutter der Nation“ dem Prokuristen im Juli 1971 ins Buch:„Das Sommerberghotel ist erstklassig, aber noch erstklassiger ist Hans Willy Wende“.

1995 verunglückte Eugen Bätzner junior bei einem Skiunfall in Frankreich. Ab da übernahm seine Frau Beate Bätzner das Traditionshotel. „Wir hatten eine Schublade voller Ideen“, kritisiert Wende heute, dass sich die Banken nach dem Gäste-rückgang durch die Gesundheitsreform Anfang der 90er-Jahre nicht sehr kooperativ gezeigt hätten. „Ich bin wahnsinnig traurig und niedergeschlagen“, war von Eugen Bätzner damals 85-jährig zu erfahren. „Es ist mir unerklärlich, dass niemand auf die Idee kommt, Geld in dieses Haus zu investieren“, meint Wende zur heutigen Situation.

Bis letztes Jahr war er lange Jahre Prüfungsvorsitzender für Hotelfachberufe. Schon in der Ausbildung lerne jeder Hotelfachmann: „Die drei wichtigsten Dinge für ein erfolgreiches Hotel ist die Lage, die Lage und die Lage“. Und jene habe das Sommerberghotel, das derzeit nur eingeschränkt genutzt wird, auch heute noch, so Wende.

Erstellt am: 02.03.2006



Eugen Bätzner

geboren am 23. März 1913 in Wildbad auf dem Sommerberg,

ist am 27.02.2006 einen Monat vor Vollendung seines 93sten Lebensjahres von uns gegangen.

Eugen Bätzner sen. der Sohn eines Sommerbergpioniers hat die
Gastronomie auf dem Sommerberg, in Bad Wildbad und im
gesamten Süddeutschen Raum über Jahre hinweg geprägt.

Eugen Bätzner sen. in eine Gastronomie geboren, war von Kindheit
an der Natur verbunden, er liebte seinen Sommerberg, das Jagen
den Wintersport und wurde zu einem grossartigen Gastgeber auf
dem Sommerberg.
Viele Tiefschläge in seinem Leben haben an seiner freundlichen Art
auf Menschen zuzugehen nichts geändert; er war ein Optimist und
hat immer neue Wege gesucht und seine Mitmenschen mit Motiviert.

Mit "Onkel Eugen" hat uns der  "älteste Urbewohner des Sommerberg"
verlassen, wir werden ihn schmerzlich vermissen.

Herzliches Beileid, seinen Hinterbliebenen

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  Eugen Bätzner sen.
Mineralölwirtschaftsverband e.V.
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