04.08.2010
Durchweg positive Bilanz bei „Rossini in Wildbad“
Das neue Festivalgelände mit zwei bemerkenswerten Spielstätten vis à vis begeisterte
das Publikum. Sowohl das im Vorjahr wegen Umbaumaßnahmen geschlossene Königliche
Kurtheater wie auch die Neue Trinkhalle mussten als Spielstätten neu eingerichtet werden,
was auf Anhieb gelang. Umgeben vom Grün des Kurparks an der Enz, ließen sich auch die
Pausen bei meist sonnigem Wetter auf der Terrasse besonders genießen.
Die Strategie des Festivalintendanten Jochen Schönleber ging voll auf: Die 20 % mehr
Plätze pro Veranstalung in der Trinkhalle konnten auf Anhieb gefüllt werden. Trotz
deutlich verringerter Vorstellungszahl und verkürzter Festivaldauer erreichten die
Einnahmen knapp das Niveau des Rekordjahrs 2008. Etliche Veranstaltungen waren restlos
ausverkauft. Lediglich eine einzige Nachmittagsveranstaltung in der Trinkhalle erreichte
nur knapp 400 Besucher und mithin knapp die Kapazität des zuvor bespielten Kurhauses.
Insgesamt wurden gegenüber dem Vorjahr etwas weniger Plätze angeboten, aber ca. 10 %
mehr Karten verkauft. Die Kartenerlöse stiegen um ca. 12 % auf mehr als 205.000 Euro.
Insgesamt wurden mehr als 5800 Gäste gezählt. Mit diesem Zuwachs konnte ein Teil der
weggefallenen Zuschussmittel kompensiert werden.
Ein Hauptcharakteristikum des 22. Festivals war die Wiederbelebung der Akademie BelCanto,
welche in Zusammenarbeit mit Tenor Raúl Giménez und seiner Akademie Concertante
Barcelona exzellente junge Spitzentalente aus aller Welt anzog, welche intensiv auf ihre
anspruchsvollen Aufgaben vorbereitet wurden. Die Begeisterung über die hervorragenden
jungen Sänger der Akademie BelCanto war groß und ebenso groß war der Enthusiasmus der
Nachwuchssolisten, die sich in anspruchsvollen Partien und in Rundfunk- wie CD- bzw.
DVD-Aufnahmen bewähren konnten. Zwei szenische Opernproduktionen von ganz eigener,
jugendlich-frischer Prägung konnten so entstehen, während die vokal gewichtigere
tragische Oper „Le Siège de Corinthe” überwiegend von reiferen
Sängern interpretiert wurde.
Künstlerisch war das Festival auf der sicheren Seite, standen doch neben Antonino
Fogliani, dem jungen, herausragenden Rossini-Dirigenten auch zwei weitere namhafte
Dirigenten des Fachs zur Verfügung. Eine Live-Übertragung, eine internationale
EBU-Ausstrahlung, drei CD Produktionen und zwei DVDs stellen den dauerhaften Ertrag des
diesjährigen Festivals dar.
Überglücklich über den Erfolg und die positiven Reaktionen von Medien und Besuchern
zeigte sich in seinem Resümee Intendant Jochen Schönleber: „Wir haben fast
alle unsere Ziele erreicht und gezeigt, wie man zwei neue Spielstätten maßgeschneidert
bespielt. Nun fehlt uns dringend eine verbesserter Finanzausstattung mit neuen Sponsoren,
um den Künstlern angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen und unsere Arbeit erfolgreich
fortsetzen zu können. Im Jahr 2011 soll das Festival vom 7. bis zum 17. Juli
durchgeführt werden.“
04.08.2010