Mountainbiker
verunglückt auf Downhill-Strecke - Schwierige Bergung in steilem Gelände
BAD WILDBAD. Ein Fahrfehler soll am
Ostersonntag zu dem schweren Unfall im Bikepark geführt haben (PZ berichtete), so die
Polizeidienststelle in Calw. An der Strecke hat es laut Bikepark-Leiter Betz nicht
gelegen.
"Wir wissen nicht genau, wie es passiert ist", sagt Heinz Betz von der Stada
Radsport-Akademie, der neuen Betreiberin des Bikeparks in Bad Wildbad. Die Stelle im
unteren Viertel der Downhill-Strecke, wo der 24-jährige Berliner am Sonntag gegen 12 Uhr
verunglückte, ist laut Akademie-Mitarbeiter Tobias Nestle keine besonders knifflige. Betz
und Nestle gehen von einem Fahrfehler aus. "Er war die Strecke davor schon ein paar
Mal runtergefahren. Wir vermuten, dass er konditionell am Ende war und sich überschätzt
hat", sagt Betz. Die Folge: Schwere Verletzungen im Schulter- und im Rückenbereich
mit Verdacht auf Querschnittslähmung. Der junge Mann wurde mit dem Hubschrauber in ein
Stuttgarter Krankenhaus transportiert. Über seinen momentanen Zustand ist nichts bekannt.
Topfahrer testet Strecke
Der Bikepark war erst einen Tag zuvor, am Ostersamstag, wieder eröffnet worden. Die
Strecken waren frisch präpariert und deshalb auch vergleichsweise schnell. Dass der
Fehler an der Strecke gelegen haben könnte, schließt Betz aus. "Wir verlassen uns
da nicht nur auf uns selbst", sagt Betz. Deutschlands aktuelle Nummer eins in dieser
Disziplin, Marcus Klausmann, habe am Samstag die Strecke getestet und für gut befunden.
Auch die Sicherheitsvorkehrungen hält Betz nicht für verbesserungswürdig: "Wir
haben von unserer Seite bereits alles getan, um die Strecke sicher zu machen." Den
Fahrern sei geraten worden, die Strecke zunächst defensiv abzufahren, um sie besser
kennen zu lernen. An den kritischen Stellen seien Fangnetze und Polstermatten angebracht.
Ein Restrisiko bleibe in diesem Sport allerdings immer. "Downhillstrecken wird man
nie zu 100 Prozent absichern können. Da müssten wir ja jeden Baum polstern." Die
Bäume stehen nicht nur stürzenden Mountainbikern im Weg. Der Bikepark ist zwar in
verschiedene Sektoren unterteilt, die Rettungspläne liegen laut Betz bei Polizei und
Rettungsdiensten aus. Die Strecke liegt jedoch abseits der befahrbaren Wege. Der
Rettungswagen konnte am Sonntag deshalb die Unfallstelle nicht anfahren, der Verletzte
musste 200 Meter weit getragen werden. Die Rettung habe jedoch im "Bereich des
Normalen" gelegen, so Notarzt Ulrich Lunkenheimer. Man sei innerhalb fünf bis zehn
Minuten vor Ort gewesen.