Wie Heide Glasstetter, Geschäftsführerin
der Touristik Nördlicher Schwarzwald, auf PZ-Anfrage informiert, soll die neue Karte im
nächsten Jahr eingeführt werden. Sie gilt für den gesamten Schwarzwald und soll den
Besuchern (meist) kostenlosen Eintritt zu allen interessanten Einrichtungen in der Region
schaffen. Derzeit arbeiten die Tourismus-Experten noch an den Details, aber das Ziel ist
klar: "Wir wollen eine stärkere Kundenbindung erreichen", so Heide Glasstetter.
Vorbild sei die Bodensee-Region mit ihrer Erlebniskarte. Dort beteiligen sich mittlerweile
150 Leistungsträger an dem Projekt; eine Drei-Tages-Karte kostet 100 Mark. Auf diesem
Preisniveau könnte sich auch die Schwarzwald-Card bewegen, aber diese Details stünden
noch nicht fest, betont Tourismus-Expertin Glasstetter. Das hänge auch von der
Gültigkeitsdauer der Karte ab. So seien beispielsweise zwei bis vier Tage bei einem
Kurzaufenthalt denkbar und ein bis zwei Wochen bei Gästen, die sich länger im
Schwarzwald aufhalten. Sie betont, dass mit der Schwarzwald-Card kein freier Eintritt
garantiert werden könne. Bei teureren Einrichtungen sei wohl nur ein reduzierter Preis
machbar. Wichtig sei, möglichst viele Angebote einbinden zu können. Zu den
Ausflugszielen, die per Schwarzwald-Card kostenlos (oder günstiger) zu haben sind,
könnten beispielsweise der Europapark in Rust oder die Vogtsbauernhöfe in Gutach
zählen. Aber auch die Thermalbäder in Bad Liebenzell und Bad Wildbad sind eingeplant,
genauso wie das Schmuckmuseum und weitere Einrichtungen in Pforzheim. Die Städte stehen
dem neuen Projekt positiv gegenüber. "Jeder Versuch, überregional etwas zu machen,
ist begrüßenswert", meint beispielsweise Bad Liebenzells Bürgermeister Volker
Bäuerle. Die Gäste seien heutzutage flexibler und wollten die ganze Region bereisen. Da
müsse man das Kirchturmdenken abschalten, um den eigenen Ort voran zu bringen. In
dasselbe Horn stößt auch der stellvertretende Bürgermeister von Bad Wildbad, Fritz
Eitel. "Wildbad schließt sich bei nichts aus, was der Region förderlich ist",
betont er. Die Stadt sei auch bei der Kurkarten-Übertragung sehr aktiv gewesen, die es
ermöglicht, mit einer Karte auch Einrichtungen anderer Orte vergünstigt zu besuchen.
Kooperationen seien notwendig, um den Gästen die Region zu zeigen. Gewisse Probleme sieht
Liebenzells Bürgermeister Bäuerle allerdings beim kostenlosen Eintritt in die
Thermalbäder. "Das sind nun mal keine Freizeitbäder, ich könnte mir einen
vergünstigten Eintritt vorstellen." In Pforzheim soll das Schmuckmuseum in das
Angebot aufgenommen werden. "Da würde sich nichts ändern, denn der Eintritt ist
sowieso kostenlos", meint Pressesprecher Michael Strohmayer. Allerdings könnten so
die Besucherzahlen steigen. Auch der Alpengarten und bestimmte Veranstaltungen im
Kulturhaus Osterfeld zählen zu den Freizeitangeboten, die per Schwarzwald-Card günstig
besucht werden können. Nach Ansicht von Heide Glasstetter könnte die neue Karte ein
Anreiz für Gäste sein, sich in ihrem Urlaubsziel mehr anzuschauen. Für die
Tourismusbranche könnte sie außerdem mehr Informationen über das Ausflugs- und
Reiseverhalten der Urlauber bringen. Mit der Karte soll der Urlauber übrigens auch eine
Reiseroute durch den Schwarzwald erhalten damit er bei den vielen Möglichkeiten nicht die
Orientierung verliert.