Nach einjähriger Pause:
Marcus Klausmann wieder Deutscher Elite-Downhill-Meister
Sascha Ehrmann vom VfR Waldkatzenbach bei den Lizenz-Junioren, Stefan
Herrmann vom RMV Concordia Strullendorf bei den Lizenz-Herren, Sonja Granzow vom RV
Blau-Gelb 1928 Oberhausen bei den Lizenz-Damen und Marcus Klausmann vom RSV Breisgauperle
Denzlingen in der Lizenz-Herren-Eliteklasse heißen die neuen Deutschen Meister im
Mountain-Bike-Downhill-Sport. Gekürt wurden sie am Sonntagnachmittag bei den schon zum
zweiten Mal in Bad Wildbad veranstalteten Deutschen Meisterschaften auf einer der
schwierigsten Down-Hill-Strecken Europas mit einer Länge von knapp zwei Kilometern, auf
der bei einem Gefälle von bis zu 50 Prozent und 350 Metern Höhenunterschied
Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern erreicht werden.
Die Deutschen Meisterschaften im Downhill am vergangenen Wochenende waren das erste
Highlight von insgesamt drei Mountain-Bike Spitzen-Events innerhalb einer einzigen Woche
in Bad Wildbad, durchgeführt vom SOG-Sportmanagement in Blumberg als Betreiber des
Bike-Parks auf dem Sommberg. Am kommenden Samstag findet der Europa-Cup im Cross-Country
und am folgenden Sonntag der BMW-Bike-Marathon statt.
Teilnehmer aus ganz Europa kamen nach Bad Wildbad
Nachdem die Deutsche Meisterschaft im Downhill gleichzeitig als erster Lauf
zur Bundesliga und als E 1 Rennen mit Weltcup-Punkten gewertet wurde, kamen etwa
400 Down-Hiller nach Bad Wildbad. Die Wertung zur Deutschen Meisterschaft war
verständlicherweise auf bundesdeutsche Teilnehmer beschränkt. Die Bundesliga indessen
ist international offen, weshalb auch zahlreiche Teilnehmer aus dem europäischen Ausland
Hunderte von Kilometern in Kauf nahmen, um in Bad Wildbad die begehrten Punkte zu sammeln:
Aus Dänemark, aus Österreich, aus Holland, aus Luxemburg, aus der Schweiz, aus Belgien
und aus Frankreich.
Wahre Schlammschlacht
Vom Wetter her gesehen standen die diesjährigen Deutschen Meisterschaften
zumindest am Samstag unter demselben ungünstigen Stern wie im vergangenen Jahr. So wurde
das Training am Samstag auf der vom Dauerregen aufgeweichten Strecke zu einer wahren
Schlammschlacht. Am Sonntag bei den Qualifikations- und Wertungsläufen hingegen zeigte
sich die Sonne, so dass die Veranstaltung mit Ausnahme einiger weniger Regentropfen am
Nachmittag trocken über die Bühne gehen konnte.
Streckenverlauf hatte es in sich
Gegenüber dem Vorjahr war der Streckenverlauf geändert worden. Nicht mehr
auf dem Kurplatz im Stadtzentrum, sondern vor dem Kurhaus und damit im Kurpark war das
Ziel, womit die Strecke gegenüber dem Vorjahr etwas gekürzt worden war. Von den Fahrern
überwiegend positiv beurteilt, soll doch der sportlichen Vorgabe nach der Downhill-Kampf
nicht auf der Ebene, sondern am Berg entschieden werden. Und dieser hat es am Wildbader
Sommerberg in sich: Von der Startrampe auf dem Sommerberg hinein in den Steilhang mit
großen Steinen, ja kleinen Felsen, über unwegsames Wurzelwerk hinweg, mit zahlreichen
kritischen Steilkurven und letztlich mit Brücken bis zum Ziel vor dem Kurhaus. Hier und
auch an der Strecke feuerten mehrere tausend Zuschauer die Downhiller voller Begeisterung
an und sorgten damit für die richtige Rennatmosphäre, wie man sie schon vom vergangenen
Jahr her kannte. Spannung bis zur letzten Minute war vor dem Kurhaus angesagt, als,
gewissermaßen als Höhepunkt, die europäische Elite zum zweiten Wertungslauf auf die
Strecke ging und die Zeiten auf der Anzeigetafel nur so ins Purzeln brachte. Fast eine
halbe Stunde stand dort als Nummer eins der Name von Stefan Kudella (RSV Sturmvogel
Wattenscheid-Leithe), der ein Jahr zuvor den langjährigen Deutschen Meister Marcus
Klausmann entthront hatte. Er musste in der Elite Klasse als einer der ersten auf
die Strecke gehen, weil er bei der Qualifikation, maßgebend für die Startfolge bei den
beiden Wertungsläufen, Probleme hatte und deshalb lange unterwegs war. Damit waren
3.38.70 Minuten lange Zeit die Messlatte, bis sie von dem Holländer Bas de Bever mit
3.35.05 Min. unterboten wurde. Frank Schneider von der Freiburger Turnerschaft drückte
die Bestmarke des Holländers auf 3.33.50 Minuten, bis letztlich Marcus Klausmann mit
seinen 3.31.90 Minuten klarlegte, wer im Deutschen Downhill-Sport das Sagen hat und sich
damit den im vergangenen Jahr an Stefan Kudella verlorenen Meistertitel in der Eliteklasse
zurückholte. Übrigens den sechsten in seiner mehrjährigen sportlichen
Downhill-Laufbahn. Dazu der neue und ehemalige Deutsche Meister: Es ist der
Saisonhöhepunkt für mich. Die ganzen Vorbereitungen waren auf diesen Tag ausgerichtet.
Es war schwer zu fahren, aber es hat Spaß gemacht.
Bei der Siegerehrung durften die Erstplatzierten Pokale und Urkunden aus der Hand von
Bürgermeister Dr. Walter Jocher und SOG-Chef Roland Betzmann entgegennehmen.
Hervorragende Platzierungen
für Bad Wildbader Biker-Nachwuchs
Wenn wir bis in einigen Jahren noch keinen Deutschen Meister aus dem
Raum Bad Wildbad haben, dann haben wir irgendetwas falsch gemacht, war im letzten
Jahr von Roland Betzmann als Chef des SOG-Sportmanagements in Blumberg zu hören. Gleich
fünf hervorragende Platzierungen bei den Deutschen Downhill-Meisterschaften am
Sonntagnachmittag stützen die Hoffnung des Bike-Park-Betreibers aus dem Südschwarzwald:
In der Klasse Hobby-Junioren der 2. Platz für Mario Schraft und der 3. Platz für
Johannes Krist ( beide Calmbach) sowie zweite, dritte und vierte Plätze für die beiden
17jährigen Lizenz-Junioren-Fahrer Julien Paulus und Mathieu Troquier aus dem Elsaß sowie
für den Pforzheimer Johannes Schmidt vom Bad Wildbader Team Bikers Paradise /
Outlaw.
In der Tat hat natürlich die Schuljugend aus dem oberen Enztal die günstigsten
Voraussetzungen für das Mountain-Bike-Training. Sowohl von der Lage des Bike-Parks auf
dem Sommerberg her als auch von den für Schüler aus Bad Wildbader Schulen ermäßigten
Benutzungsgebühren her gesehen. Dass sich als Lohn für ein intensives Training der
Erfolg einstellt, war am Sonntagnachmittag zu sehen, als fünf junge Biker des in der
Straubenbergstraße in Wildbad etablierten Teams BikersParadise/Outlaw bei der
Siegerehrung auf den begehrten Treppchen standen. In der Junioren-Hobby-Klasse errangen
bei 15 Startern Mario Schraft und Johannes Krist (Calmbach) mit Zeiten von 4.44.92 und
4.44.94 Minuten den zweiten und den dritten Platz. Damit erreichten sie Zeiten wie etwa
das erste Drittel in der Hobby-Herren-Wertung. In den Drei-Minuten-Bereich stießen bei
den Junioren-Lizenz-Fahrern unter insgesamt 30 Startern Julien Paulus mit 3.57.00 Minuten
auf dem zweiten Platz und Mathieu Troquier mit 3.58.10 Minuten auf dem dritten Rang vor.
Mit 4.00.67 Minuten nur wenig langsamer war auf dem vierten Platz Johannes Schmidt
(Pforzheim) vom Team BikersParadise / Outlaw. Damit lagen die schnellen
Junioren-Lizenz-Fahrer nur knappe 30 Sekunden hinter dem neuen Deutschen Meister Marcus
Klausmann vom RSV Breisgauperle Denzlingen mit seinen 3.31.90 Minuten. Über diese Erfolge
freuten sich nicht nur die schnellen Biker, sondern auch Peter Schmid (Bad Wildbad) als
Teamchef. |