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Pforzheimer Zeitung 29.12.2003

x.gif (67 Byte)Stolz auf alte Heimat Buckenberg

Walter Staib widmet in Philadelphia neues Kochbuch mit Kuchen und Desserts der Mutter und den Verwandten – In der Gaststätte aufgewachsen

PFORZHEIM. Auf dem Buckenberg müssen die Staibs schon seit längerem auf den Besuch ihres Sohns Walter warten. Auch über Weihnachten gab’s nur telefonische Grüße des Vielbeschäftigten aus Philadelphia.

Ein Kochbuch mit Rezepten für Kuchen, Gebäck und Desserts hat Walter Staib herausgebracht.

Sechzig Jahre und kein bisschen leise. . . bald wird man das von Walter Staib sagen können. Denn der „kulinarische Botschafter der Stadt Philadelphia“, den Ehrentitel hat er 1996 vom Bürgermeister verliehen bekommen, ist umtriebig wie eh und je.

Anfang Dezember hat er zum vierten Mal in Folge den „Five Star Diamond Award“ erhalten, weltweit die wohl begehrteste Auszeichnung. Und Staib kann sich damit gleich doppelt schmücken – als Küchenchef und als Leiter der historischen „City Tavern“ in Philadelphia, die er am 4.Juli 1994 eröffnet hatte, am Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten (1777). Schon damals waren Jefferson, Franklin, Washington und all die anderen hier eingekehrt.

Martha Washington steht Pate

Heute scheint dort nicht nur die Zeit stehen geblieben zu sein, was die Ausstattung und die Kleidung des Personals betrifft, Walter Staib kocht dort hauptsächlich nach Rezepten von Martha Washington, der Frau des ersten US-Präsidenten. Nachdem er dazu schon ein Kochbuch herausgebracht hatte, ist nun ein weiteres für Gebäck und Desserts hinzugekommen. Das kam rechtzeitig als Weihnachtsgeschenk auf den Markt und hat den Autor jede Menge Buchpräsentationen nicht nur in und um Philadelphia sondern auch in New Jersey gebracht. Aber Staib liebt öffentliche Auftritte, kocht immer wieder gerne in Fernsehsendungen. Die 20 Millionen Zuschauer, die ihm dann in den Topf schauen und denen er das Spätzleschaben demonstriert, sind hierzulande unvorstellbar.
Rezeptbuch ist übrigens Mutter Hertha sowie den Verwandten Walter und Ruth Eberle sowie Karl Hintze gewidmet, von denen er seine „wahre und lebenslange Leidenschaft für kulinarische Lebensart“ gelernt hat. Denn Walter Staib steht nicht nur am Herd, macht Kochdemonstrationen und gibt Rezeptbücher heraus, er hat zudem unter anderem für 400 Hotels und Restaurants weltweit die Ausstattungskonzepte erarbeitet.

Dabei hebt Walter Staib stets stolz seine Herkunft Pforzheim hervor. So betonte er erst wieder vor kurzem in einem Interview für das „Taste Magazine“, dass für ihn schon mit drei Jahren feststand, was er werden wolle. Denn seine Wiege stand sozusagen in der Gaststätte „Zum Buckenberg“, die von Onkel und Tante Eberle geführt wurde, Mutter und Großvater halfen mit. „Für mich war das wie ein bunter Karneval,“ erinnert er sich an die Zeit Ende der 40er-Jahre. Immer hab es etwas Neues zu entdecken, zu erfahren gegeben. Und immer sei es lustig gewesen.

Kochen statt Herumtollen

Als der Knirps sechs Jahre alt war, hatte er dann nicht nur die Schürze umgebunden, er half auch in der Küche und der Schlachterei mit. „Ich schälte Knoblauch und unterhielt mich übers Kochen statt mit den Klassenkameraden herumzutollen,“ weiß nun auch jeder, der das Interview gelesen hat.
Walter konnte es jedenfalls nicht erwarten, die Buckenbergschule zu verlassen und als Vierzehnjähriger endlich eine Lehre zu beginnen.
Die „Post“ in Nagold und das „Sommerberg-Hotel“ in Wildbad machten den Anfang, dann ging es in die schweiz. In Ascona traf er auf Politiker, gekrönte Häupter, Vertreter des Hochadels und jede Menge Filmstars. Als schließlich (1969) ein Angebot aus Chicago vorlag, packte Staib die Koffer und ging über den großen Teich. Ein Jahr wollte er dort bleiben, um anschließend auf den Buckenberg zurückzukehren. Aber er blieb drüben, ging später für zwei Jahre nach Brasilien und kehrte 1977 in die USA zurück.

Am Besten bei Muttern
„Wenn Mutter Hausmannskost zubereitet, dann schmeckt es am Besten,“ hat Walter Staib einmal gesagt. Doch den Weihnachtsbraten gibt es nicht auf dem Buckenberg, denn Christmas und New Years‘s Eve (Silvester) gehören neben dem Valentinstag zu den Tagen, in denen es in der „City Tavern“ besonders hoch hergeht. Dann werden Menüs zum Preis von 65 Dollar aufgetischt, die so manche Überraschungen bieten. Der Blick in die Silvesterkarte zeigt es auf: Lachs im Kornkuchen, Basilikumshrimps nebst Entenwürstchen stehen beispielsweise auf der Vorspeisenkarte. Nach einer Hummersuppe weist das warme Büffet nochmals Würstchen aus, und wieder sind es besondere – aus Pute, Kalbfleisch und Trüffeln., dazu Lachs in Zitronenbutter, Primerib darf natürlich ebenso wenig wie Hähnchenbrust Oskar (mit Krabbenfleisch, Spargel und Sauce Bernaise) fehlen, es gibt Lammfilet im Kräutermantel, Hummerpastete und gebratene Ente.

Errinerungen an Kaffetafel

Ja, und die Desserts entstammen natürlich dem neuen Kochbuch, das der Jahreszeit entsprechend Lebkuchen, Linzertorte, Gugelhupf und Spritzgebäck ebenso enthält wie Bayerisch-Crème und viele andere Köstlichkeiten der alten Heimat. Wozu Staib verrät, dass er so manches seiner Tante abgeschaut hat, denn der „Gaststätte zum Buckenberg“ war auch ein großes Bäcker- und Konditoreigeschäft angegliedert. Und an den Sonntagnachmittagkaffee im Kreise der Familie mit Kuchen und Gebäck erinnert sich Walter Staib besonders gerne.

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