Winterwetter schreckt Biker
BAD WILDBAD.
Dem SOG-Geschäftsführer Jürgen Wazian stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben:
"Das Wetter hat uns einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht.
Aus Sicherheitsgründen haben wir daher
alle weiteren Wettbewerbe abgesagt." Wochenlang hatten sich die Bikeparkbetreiber auf
den Start der neuen Bikersaison mit mehreren sportlichen Wettbewerben und allerlei
Rahmenangeboten vorbereitet, doch Petrus spielte nicht mit: Statt Sonnenschein und milden
Temperaturen schickte er Regen, Schnee und Minusgrade.
Hatten Vertreter der Bikepark-Betreiber
zusammen mit dem Bad Wildbader Bürgermeister Walter Jocher, Hauptamtsleiter Olaf Wilhelm
und Stadtrat und Polizeivertreter Ralf Gernot Neher am Freitag noch die neu erstellte
Downhill-Strecke voller Zuversicht auf ein sportlich interessantes Wochenende ihrer
Bestimmung übergeben, herrschte nur zwei Tage später absolute Ruhe auf den Bikerstrecken
des Sommerbergs. "Wegen des unerwarteten Wintereinbruchs mit Schneefall, starken
Windböen und Glatteis haben wir alle Rennen am Sonntag und Montag gestrichen, da das
Verletzungsrisiko für die Fahrer, Zuschauer und Rettungskräfte bei den bestehenden
Verhältnissen zu groß gewesen wäre", erklärt Jürgen Wazian.
Teile der Strecken seien durch
Dauerregen und Schnee so glitschig geworden, dass eine Nutzung nicht mehr zur Debatte
stand. "Die Sicherheit steht bei all unseren Wettbewerben im Vordergrund",
erklärte auch Fritz Feucht, Vorsitzender des BDR-Wettkampfausschusses. Der Bunde
Deutscher Radfahrer (BDR) hatte zusammen mit der Stadt Bad Wildbad und der SOG die
Wettbewerbe in den Downhill-, Biker-X- und Dual-Slalom-Wettbewerben organisiert. "Die
Fahrer hatten für unsere Entscheidung großes Verständnis", so Wazian, der den
Sportlern zusagte, die Wettbewerbe baldmöglichst nachzuholen. Wann wir dies aber tun
können, steht momentan noch nicht fest.
Erste Etappe gewertet
Glücklich ist Wazian bei aller
Missstimmung über den Wintereinbruch, dass zumindest am Samstag der Qualifikationslauf
als 1. Etappe für die Downhill-Bundesliga gewertet werden konnte. Fast 500 Biker waren
bei dem Wettbewerb am Samstag an den Start gegangen. und sausten mit ihren Drahteseln auf
der keineswegs einfachen Strecke talwärts. "Der Zuspruch war sehr gut und wir
hätten bei gutem Wetter sicher ein fantastisches Wochenende erlebt", ist Wazian
überzeugt.
Dass die Biker mit großem Interesse
auf die Eröffnung der zweiten Downhill-Strecke gewartet haben, wurde bei der Freigabe des
neuen Rennkurses deutlich. Nachdem Markus Sitzler auf der durch Bürgermeister Walter
Jocher freigegebenen Strecke zur Erstbefahrung gestartet war, nutzten zahlreiche
Zweiradfreunde die Gelegenheit, die neue, knapp 2,3 Kilometer lange Strecke auszutesten.
Bevor Sitzler allerdings in die Pedale trat, sprach er Stadt- und Forstverwaltung im Namen
der SOG für die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Strecke seinen Dank aus und
spielte damit den Ball zurück, den Bürgermeister Jocher dem SOG-Vertreter zuvor
zugespielt hatte.
Vor der Freigabe wertete Jocher die
zweite Downhill-Strecke als einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft. "Dies ist
eine wichtige Strecke um den Bikepark zu einem Erlebnispark zu machen."
Er wies auch darauf hin, dass es für
die Stadt nicht immer einfach war, eine einvernehmliche Lösung bei der Umsetzung der
Interessen von Bikern und Wanderern zu finden. Es ei daher wichtig gewesen beim Bau des
neuen Parcours darauf zu achten, "dass beide Interessengruppen nicht durch die
anderen gefährdet und gestört werden", was letztlich auch optimal gelungen sei.
Neben einer Steigerung der
Attraktivität Bad Wildbads für junge Besucher hofft Jocher mit dem Start der neuen
Bikersaison vor allem auf eine Belebung der Skilifte und der Sommerbergbahn. Schließlich
soll die Bergbahn auch mit Hilfe des Bikeparks langfristig aus ihren tiefen roten Zahlen
herausgeführt werden.
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